Heinrich Heine

 

Und sprachen von Liebe viel
Lyrik & Prosa

 

Ausgewählt von Marlies Kalbhenn
Mit Illustrationen von Christiane Tietjen
 
Marlies Kalbhenn Verlag
ISBN 978-3-9814018-7-5
 
19,75 €



Heinrich Heine wurde am 13. Dezember 1797 als Kind jüdischer Eltern in Düsseldorf geboren. Versuche, aus ihm einen Kaufmann zu machen, scheiterten. Er studierte in Bonn, Berlin und Göttingen Jura. Kurz vor dem Examen trat er zum Protestantismus über. Aber der Taufschein erwies sich nicht als das erhoffte „Entrebillet“ in die europäische beziehungsweise deutsche Gesellschaft.


Vergeblich bemühte er sich um eine Anstellung im Staatsdienst. Auch gelang es ihm nicht, sich als Rechtsanwalt niederzulassen. 1831 ging er nach Paris. Als 1835 der Deutsche Bundestag seine Schriften verbot, wurde ihm klar, „dass ich, ein Dichter Deutschlands, im Exil leben muss.“ 1841 heiratete er die achtzehn Jahre jüngere „Mathilde“ (Augustine Crescence Mirat). Obwohl er damit rechnen musste, verhaftet zu werden, fuhr er noch zweimal, 1843 und 1844, „nach Deutschland hinüber“.

 

1848 erkrankte er so schwer, dass er seine „Matratzengruft“ nicht mehr verlassen konnte. Heinrich Heine starb am 17. Februar 1856. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof im Pariser Stadtteil Montmartre.


Meine rheinische Großmutter, die mir die „Loreley“ vorsang, und mein Vater, der mir aus dem „Wintermärchen“ vorlas, haben mich mit ihrer Begeisterung angesteckt, so dass ich in Abwandlung eines Loriot-Zitates sagen kann: Ein Leben ohne Heinrich Heine ist für mich „zwar möglich, aber sinnlos“. – Mit dieser kleinen Auswahl meiner Lieblingstexte, zu denen auch das Wintermärchen und die Loreley gehören, möchte ich nichts anderes erreichen, als den Wunsch vieler Leserinnen und Leser nach mehr: „Mehr Heinrich Heine!“ – Das wollen auch die Illustrationen Christiane Tietjens, die einige Gedichte und Prosatexte so ins Bild gesetzt hat, dass der Dichter selbst seine helle Freude dran gehabt hätte. (Klappentext)

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„Ihr Heine-Buch ist ein ästhetisches und inhaltliches Geschenk!“
(Dr. H. Scherl, Münster)

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„Die Bremer Illustratorin Christiane Tietjen hat mit rascher und kundiger Hand kleine Bildkunstwerke mit Pinsel und Feder geschaffen hat, die den nebenstehenden Text veranschaulichen, kommentieren und oft um eine amüsante Note bereichern.“ (Ralf Kapries, Neue Westfälische)

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Inhalt

Abenddämmerung
Ach, viel glücklicher als wir
Altes Kaminstück
An meine Mutter B. Heine
Auf Flügeln des Gesanges
Aus den Memoiren des Herren von Sch.
Begegnung
Briefe aus Berlin
Burleskes Sonett
Dämmernd liegt der Sommerabend
Das Fräulein stand am Meere
Das Herz ist mir bedrückt
Das Hohelied
Das Meer erglänzte weit hinaus
Das neue israelitische Hospital zu Hamburg
Der Asra
Der Rabbi von Bacharach
Deutschland, ein Wintermärchen
Die Bäder von Lucca
Die Harzreise
Die Jahre kommen und gehen
Die Nixen
Die Rose, die Lilje, die Taube, die Sonne
Die schlesischen Weber
Die Söhne des Glückes beneid ich nicht
Die Wahl-Esel
Diese Damen, sie verstehen
Diesen liebenswürdgen Jüngling
Donna Clara
Ein Fichtenbaum steht einsam
Ein Jüngling liebt ein Mädchen
Erinnerung
Fragen
Fromme Warnung
Fürchte nichts, geliebte Seele
Gedächtnisfeier
Ich hatte einst ein schönes Vaterland
Ich war, o Lamm, als Hirt bestellt
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten
Ich wollte, meine Lieder
Ideen. Das Buch Le Grand
Im Hafen
Im wunderschönen Monat Mai
Jammertal
Lass die heiligen Parabolen
Lebensfahrt
Leise zieht durch mein Gemüt
Lied der Marketenderin
Lotosblume|
Mein süßes Lieb
Mein Tag war heiter
Memoiren
Nachtgedanken
Reise von München nach Genua
Rote Pantoffeln
Schaff mich nicht ab
Seekrankheit
Sie saßen und tranken am Teetisch
Untergang der Sonne
Unterm weißen Baume sitzend
Weltlauf
Wenn ich an deinem Hause
Wenn ich beseligt von schönen Küssen
Über Heinrich Heine


Texte

Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski

 

Aus Kapitel 6

 

... Wie angestrengt ich auch manchmal in die klare See hinabschaute, so konnte ich doch nicht die versunkenen Städte sehen, worin die Menschen in allerlei Fischgestalten verwünscht, ein tiefes, wundertiefes Wasserleben führen.
Es heißt, die Lachse und alte Rochen sitzen dort, wie Damen geputzt, am Fenster und fächern sich und gucken hinab auf die Straße, wo Schellfische in Ratsherrentracht vorbeischwimmen, wo junge Modeheringe nach ihnen hinauflorgnieren, und wo Krabben, Hummer, und sonstig niedriges Krebsvolk umherwimmelt …


Aus Kapitel 11

 

… Wer das Verhältnis meines Hauswirts zu meiner Frau Wirtin kennen lernen wollte, brauchte nur beide zu hören, wenn sie miteinander Musik machten. Der Mann spielte das Violoncello und die Frau spielte das sogenannte Violon d’Amour; aber sie hielt nie Tempo, und war dem Manne immer einen Takt voraus, und wusste ihrem unglücklichen Instrumente die grellfeinsten Keiflaute abzuquälen; wenn das Cello brummte und die Violine greinte, glaubte man ein zankendes Ehepaar zu hören. Auch spielte die Frau noch immer weiter, wenn der Mann längst fertig war, dass es schien, als wollte sie das letzte Wort behalten.
Es war ein großes aber sehr mageres Weib, nichts als Haut und Knochen, ein Maul worin einige falsche Zähne klapperten, eine kurze Stirn, fast gar kein
Kinn und eine desto längere Nase, deren Spitze wie ein Schnabel sich herabzog, und womit sie zuweilen, wenn sie Violine spielte, den Ton einer Saite zu dämpfen schien ...

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar;
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lore-Ley getan.


Christiane Tietjen

geboren am 3.9.1948
1968 – 1972 Grafikstudium an der Folkwang-Schule Essen, Abschluss Diplom Grafik-Design
1973 – 1978 Layouterin und Illustratorin in Hamburg
1979 – 1983 in Berlin
1983 – 1991 in Bremen
seit 1992 VHS-Dozentin in Espelkamp, Zeichnen, Aquarellmalerei, Kalligrafie, Akt
seit 2002 freie Journalistin für die “Neue Westfälische”
seit 2012 freie Illustratorin in Bremen

www.chrigrafik.de

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