Gisela Vorwerg

Lilja und ihre Steine
Erzählungen
 
Marlies Kalbhenn Verlag
ISBN 978-3-9814018-4-4
 
14,95 €



„Lilja und ihre Steine“ enthält Kurzgeschichten und Erzählungen, die unterschiedlicher nicht sein können: Krimis, Liebesgeschichten, Märchen und Reisebeschreibungen. Ernste Texte stehen neben heiteren, ja sogar satirischen Storys, ganz nach dem Motto Goethes: „Wer vieles bringt, wird manchen etwas bringen.“

Gisela Vorwerg, geboren in Mittenwalde, studierte nach dem Abitur an der Pädagogischen Hochschule in Braunschweig. 1984 zog sie mit ihrer Familie nach Espelkamp und war bis zu ihrer Pensionierung Lehrerin an einer Hauptschule.


„Auch wenn die Geschichten nicht autobiographisch sind, fließen doch die Lebenserfahrungen von der Autorin mit ein. Deutlich wird das zum Beispiel, wenn sie über das Musizieren schreibt. So etwas kann man nicht einfach aus dem Internet lernen. Hat Gisela Vorwerg auch nicht. Sie spielt schließlich selber Geige. – Den Leser erwarten Geschichten in einem erfrischend lockeren Schreibstil. Drei Satire-Storys sorgen dafür, dass der Humor nicht zu kurz kommt. Aber auch das Krimigenre ist vertreten.“ (Westfalen-Blatt)


Text

Lilja und ihre Steine
Anfang


An einem sonnigen, aber kühlen Junitag kam mir Lilja auf der Hamburger Straße wie immer mit ihrem Pudel Pretty auf dem Arm entgegen. Sie trägt Pretty meistens auf dem Arm, damit seine Pfötchen nicht schmutzig werden oder er sich nicht an einer Glasscherbe verletzt.
Die kupferroten Haare umrahmten ihr Gesicht wie ein Heiligenschein, und einen Moment kam es mir so vor, als ob Lila schwebte. Ausgerechnet sie! Ihr Körpergewicht spricht eindeutig dagegen!
Ihre Kleidung, bunt und glänzend, erinnerte mich an die der Südinderinnen, grüngemustert, halblanges Kleid mit eine Hose aus demselben Stoff darunter, leuchtend rot ein breiter Schal locker über die rechte Schulter gehängt.
Schon oft hatte sie mich mit einem ungewöhnlichen Outfit überrascht, aber das auffallendste heute war ein schwarzer Stein in einem silbernen Metallnetz an einer kunstvoll gewirkten Silberkette, der in der Sonne glitzerte, mich einen Moment blendete, als wir einander näher kamen und uns schließlich wie Freundinnen eben umarmten. Dabei berührte ich den Stein, dessen eigenartige Kühle meine Aufmerksamkeit erregte.
„Hübscher Stein“, sagte ich betont lässig.
„Ja, wenn du den trägst, kann dir keiner was!“
Mitten in meine Überlegungen hinein, wer mir was könnte, griff sich Lilja mit der linken Hand hinter den Hals, nahm die Kette ab und legte sie mir in die Hand.
„Ich hoffe sehr, dass sie dir was bringt“, sagte sie ernst.
Ich sah sie unsicher an. Sie konnte mir doch nicht, einfach so,  ein so besonderes, wertvolles Geschenk machen!
„Natürlich musst du den Stein tragen. In der Schublade nützt er dir nichts.“
Unsinn, ein Stein ist in Stein. Und dies ist ein Stein an einer hübschen Kette, dachte ich. Für Ketten habe ich immer etwas übrig und so legte ich sie mir um. Auf meinem weißen T-Shirt sah sie sehr dekorativ aus …

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Marlies Kalbhenn Verlag
Wilhelm-Kern-Platz 4, 32339 Espelkamp

 

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