Die KalbhenneMünster ... mein halbes Herz

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Münster ... mein halbes Herz ließ ich in dir

Münster ... mein halbes Herz ließ ich in dir
Mit Fotos von Willi Ahlmer
9,80 Euro

Für den ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss war sie die schönste Stadt Deutschlands, 2004 erhielt sie sogar die Auszeichnung „lebenswerteste Stadt der Erde“. Auch wenn sie nicht viel von solchen Superlativen hält: Für die Espelkamper Autorin Marlies Kalbhenn ist Münster ohne Frage eine liebenswerte Stadt, in der sie neun Jahre – von 1965 bis 1974 – gern gelebt hat. So gern, dass sie immer wieder für kürzere oder längere Zeit zurückkehrt.

An einem Mittwoch im August 2008 streifte Marlies Kalbhenn Stunde um Stunde zusammen mit einem Fotografen durch die Stadt. Ergebnis dieses Tages ist „eine Liebeserklärung in Wort und Bild“, die gerade als Buch unter dem Titel „Münster ... mein halbes Herz ließ ich in dir“ im Verlag Hoener’s Bureau in Münster erschienen ist.

Es ist die Mischung aus den allgemeinen Sehenswürdigkeiten und den besonderen der Autorin, die den Reiz dieses Buches ausmachen. So beginnt der Münstertag an der berühmten astronomischem Uhr im Dom, wo sich seit Jahrhunderten täglich kurz vor zwölf Menschen aus aller Welt einfinden, um das Glockenspiel und den Zug der heiligen drei Könige zu bewundern. Aber schon die nächste Station liegt abseits der touristischen Wege: Der Domherrenfriedhof ist ein kontemplativer Ort mit einem Grab, das in Marlies Kalbhenn Erinnerungen an einen Mann wachruft, den sie gut kannte, Erinnerungen an den Dompropst mit dem guten Wein und mit dem großen Hut. Es folgen der quirlige Wochenmarkt und das historische Rathaus. Zur großen Freude der Autorin sitzt vor dem Eingang der altachtundsechziger Musikant, dieses „Relikt aus andrer Zeit und Art“.

Ob sich ein Pflasterstein des Prinzipalmarktes noch ihrer Schritte erinnert, überlegt sie sich auf dem Weg vom Friedenssaal zur Lambertikirche. An deren Orgel saß (und spielte) damals mitunter ein Buchhändlerkollege. Noch so eine persönliche Erinnerung ... Einen Blick auf die Wiedertäuferkäfige hoch am Turm lässt sich dann wieder kaum ein Tourist entgehen und eine Einkehr in einer der gemütlichen Gaststätten gehört auch dazu. Töttchen und Alt mit Schuss munden noch immer, das Stammcafé zeigt sich nach vierzig Jahren (fast) unverändert. Der Aasee lädt zu einer Bootspartie ein, die lindengesäumte Promenade zu einem Bummel. An der Promenade aber liegt die Synagoge. Hier feierte Marlies Kalbhenn einst als Gast Chanukka, das winterliche „Wunderleuchter-Lichterfest“.

Im Schlosspark war’s, wo eine große Liebe ihren Anfang nahm. Schön ist der Park, sehr schön und unabhängig jeder persönlichen Erinnerung einen Besuch wert. Eine Begegnung mit der „großen Kollegin“, der westfälischen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, darf bei keinem Ausflug fehlen, meint Marlies Kalbhenn. Burg Hülshoff oder Rüschhaus – für beides reicht die Zeit nicht, diesmal also das Rüschhaus, bevor der Abend im August sehr romantisch am Flüsschen namens Werse ausklingt ...

Ein Buch für alle, die Münster kennen und lieben, wollte sie machen, vor allem aber für die, die vielleicht mit Hilfe dieses Buches Münster erst kennen und lieben lernen wollen. Es ist über den Verlag oder über die Autorin zu beziehen, auch über jede Buchhandlung.